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Einzelteile - Schienen:
Schienen:
Das wichtigste Element im Gleis ist die Schiene. Sie ist der unmittelbare Träger der Verkehrslasten und erstes Glied in einer komplizierten Kette von Bauelementen zur Aufnahme lotrechter und horizontaler Kräfte von Biege- und Kippmomenten sowie von Zug-, Druck- und Dauerfestigkeitsbeanspruchung.
Die Geschichte der Schiene ist über 200 Jahre alt. In dieser Zeit hat sie unzählige Formen und Gefügeveränderungen erfahren müssen bis zu ihrer heutigen Form als hohe Breitfußschiene. Ursprünglich wurden in England Schienen in Barrenform auf hölzerne Langschwellen genagelt. Bald war diese Konstruktion unentbehrlich geworden. Sie führte Wagen mit scheibenförmigen Holzrädern über weite Entfernungen und wurde schließlich zu einem eigenen Konstruktionselement, das einen ganzen Industriezweig entstehen ließ.
Die Formgeschichte der Eisenbahnschiene hält eine große Palette von Querschnitten bereit. Dabei ist die Lösung so einfach: Ein Doppel T-Träger als die festigkeitstheoretische stabilste Querschnittsform mit einem schmalen, abgerundeten oberen Flansch (um darauf fahren zu können) und einem breiten, flachen unteren Flansch ( um die Schiene sicher aufstellen zu können). Doch auch als die endgültige Form gefunden schien, entwickelte man noch unzählige Varianten, die oft nicht miteinander zu kombinieren waren. So hatte um die Jahrhundertwende jede Länderbahn in Deutschland ihre eigenen Schienen- und Laschenformen sowie spezielles Kleineisen. Dagegen ist das heutige Schienenprogramm wesentlich überschaubarer. Neben wenigen, noch vereinzelt in Nebengleisen liegenden Länderbahnformen dominieren bei den Gleisen der ehemaligen DR die Schienenformen S 49 und R 65 und bei Gleisen der DB die Schienenform UIC 60. Dabei beziehen sich die Zahlenangaben auf die jeweilige Masse (in kg) der Schiene pro laufenden Meter. Tradition und Fortschritt bestimmen heute einen Disput, bei dem es in erster Linie um die Schienenhöhe, doch im weiteren auch um die Schienenform geht. Bestimmend für diese Diskussion ist das Rad-Schiene-Verhältnis. Bei den Eisenbahnrädern der großen Bahn sind nämlich die Laufflächen geneigt und der Übergang von der Lauffläche zum Spurkranz ist ausgerundet.
Dadurch wird das Rad an zwei Punkten gehalten: Am Radstützpunkt, der die lotrechten Radlasten aufnimmt, und am Spurkranzdruckpunkt, der die seitlichen Kräfte (Fliehkräfte im Bogen, Stoßkräfte infolge des Sinuslaufes der Fahrzeuge) aufnimmt.
Quelle: Beschreibungen mit Genehmigung auszugsweise aus „Weichen & Kreuzungen auf Modellbahnanlagen“ vom Transpressverlag, Autor Georg Kerber und Foto-Autor Andreas Stirl
Quelle: Bilder von Thorsten Schaeffer
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