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Sonderkonstruktionen:

Schienenauszugs- und Auswurfeinrichtung:
Beide Konstruktionen unterbrechen eine Fahrschiene, ohne als Stoß zu wirken. Ein gewöhnlicher Schienenstoß lässt den Schienenenden nur einen Spielraum von +/- 9,5 mm. Wird eine wesentlich größere Bewegungsfreiheit benötigt, muss eine Schienenauszugsvorrichtung eingebaut werden. Solch große Bewegungsfreiheiten im Gleis müssen z.B. an den Widerlagern von Stahlbrücken eingeräumt werden. Da sich die Längen von Stahlbrücken infolge thermischer oder dynamischer Einflüsse wesentlich stärker verändern als die von Massivbrücken, müssen diese Differenzen an den Brückenenden (bewegliches Widerlager) durch eine Schienenauszugsvorrichtung aufgenommen werden.

Schienenauszugsvorrichtung

Diese Vorrichtung besteht aus einer am Ausdehnungspunkt abgeknickten Backenschiene und einer daran anliegenden Zunge. An der Schräge der Backenschiene kann die Zunge Dehnlängen von bis zu 400 mm ausgleichen. Dabei sorgt ein System aus Führungs- und Gleitplatten dafür, dass an den Zungenspitzen keine Spießstellung auftritt, die zu einer Entgleisung führen könnten. Ähnlich aufgebaut ist die Hemmschuh-Auswurf-Vorrichtung. Auch hier gibt es eine abgewinkelte Backenschiene, die jedoch Flügelschiene genannt wird. Die daran anliegende Zungenschiene schließt aber nicht wie bei der Auszugsvorrichtung lückenlos an, sondern lässt zur Flügelschiene einen Spalt von 10 mm. Deshalb muss an der gegenüberliegenden Schiene ein Radlenker als Entgleisungsschutz angebracht werden. Diese Vorrichtung dient beim Rangieren mit Hemmschuhen am Ablaufberg dem Auswerfen der Hemmschuhe.

Nach Kenntnis des Gewichtes des jeweiligen Wagens (Rangierliste) und der Einschätzung seiner Geschwindigkeit legt der Rangierer den Hemmschuh in einer solchen Entfernung vor die Auswurfvorrichtung auf die Schiene, dass er nach einer optimalen Bremswirkung ausgeworfen wird. Dabei gleitet die Sohle des Hemmschuhs auf der Schiene entlang und wird im Bereich der Auswurfvorrichtung durch Führungsleisten auf der Flügelschienen weitergeleitet. Der Wagenradsatz folgt hingegen, durch den Radlenker geleitet, dem Gleisverlauf, während der Hemmschuh in die Hemmschuh-Auffang-Vorrichtung fällt. Erfahrene Rangierer dosieren durch die Entfernung der Hemmschuhauflage vor der Auswurfvorrichtung die Bremswirkung so genau, dass der in seinem Lauf abgebremste Wagen gerade noch sanft an die Rangierabteilung im Richtungsgleis andockt. In großen und modernen Rangieranlagen übernehmen diese Arbeiten elektronisch gesteuerte Gleisbremsen, doch auf kleinen Bahnhöfen kann man den Rangierer mit seinen Hemmschuhen durchaus noch antreffen.


Quelle:
Beschreibungen mit Genehmigung auszugsweise aus „Weichen & Kreuzungen auf Modellbahnanlagen“ vom Transpressverlag, Autor Georg Kerber und Foto-Autor Andreas Stirl

Quelle: Bilder von Thorsten Schaeffer

 
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