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Einfache Weichen:

Die Einfache Weiche (EW) ist dadurch charakterisiert, das von ihren Stammgleis ein Zweiggleis entweder nach rechts (Rechtsweiche) oder nach links (Linksweiche) abzweigt. Die wichtigsten geometrischen Zusammenhänge bestehen zwischen unterschiedlichen Zweiggleishalbmessern und unterschiedlichen Neigungen. Dabei unterscheidet man in Weichen, bei denen der Zweiggleisradius durch das Herzstück hindurch (bis zum Weichenende) geführt wird und in solche , bei denen der Zweiggleisradius bereits vor dem Herzstück endet. Im Falle der Durchführung des Zweiggleisbogens durch das Herzstück ist der Weichenanfang (WA) gleich dem Bogenanfang (BA) und genauso das Weichenende (WE) gleich dem Bogenende (BE).

einfache Weiche

Die Zweiggleisseite des Herzstückes ist also in der Krümmung des Radius gebogen. Hier spricht man von einem Bogenherzstück. Um den Zweiggleisbogen bereits vor dem Herzstück enden zu lassen, bedarf es in der Regel eines kleineren Halbmessers. Da die Fahrkanten des Herzstückes gerade ausgebildet sind, spricht man in diesem fall von einem geraden Herzstück. Gerade Herzstücke sind charakteristisch für Länderweichen und frühe Reichsbahnweichen, da man einerseits fahrdynamische Mängel im Bogenherzstück - die sich aber nicht bewahrheiteten - befürchtete und anderseits die technologischen Voraussetzungen zum Schmieden solcher Herzstücke (bis 1925 wurden Weichenherzstücke noch als Blöcke geschmiedet) noch nicht gegeben waren. Die Zungenvorrichtung (ZV) ist das Hauptteil einer einfachen Weiche. Sie ermöglicht die eigentliche Ablenkung des Fahrzeuges. Sie sollte so geformt sein, das die Radsätze mit kleinen Anlaufwinkeln auf die Zungenfahrkanten treffen. Dem geometrischen Anschluss der Weichenzungen an die Backenschienen ist deshalb besondere Bedeutung beizumessen. Damit die Fahrzeuge möglichst stoßfrei übergehen können, muss die Zungenspitze sehr schlank auslaufen. Theoretisch könnte das so erfolgen, dass sich die Zungenspitze wie ein Kreisbogen an eine Tangente anschmiegt. Praktisch ist das jedoch unmöglich, da sie so dünn ausgearbeitet werden müsste, dass sie keine Standfestigkeit mehr aufweisen würde. Deshalb wird die Spitze in einem Auftreffwinkel abgeschrägt. Man bezeichnet diese Konstruktion als berührende Weichenzunge. Dabei kann die Weichenzunge kreisbogenförmig oder parabelförmig ausgebildet sein. Letztere schafft ähnlich wie ein Übergangsbogen besonders günstige Bedingungen für ein ruckfreies Einfahren, was für schnellfahrende Fahrzeuge von Bedeutung ist.

Die Schienen zwischen den Weichengroßteilen von Weichen, Kreuzungen und Kreuzungs-weichen werden Zwischenschienen genannt. Der geometrische Verlauf der Zwischenschienen entspricht dem jeweiligen Verlauf der des Stamm- oder Zweiggleises.

Hauptelement des Weichenendteils ist das einfache Herzstück. Es entsteht im Bereich der Durchschneidungsstelle des äußeren Schienenstrangs des Zweiggleises mit dem inneren Schienenstrang des Stammgleises. Damit die Spurkränze der Fahrzeugräder diesen Bereich ungehindert durchlaufen können, werden die Fahrkanten entsprechend unterbrochen. Diese Unterbrechungen werden als Herzstücklücken bezeichnet (führungslose Stelle). Die Rillen-weiten am Herzstück sind unterschiedlich groß, da sich die Flügelschienen an ihren Enden weiter öffnen als im parallelen Bereich. Hier beträgt die Weite 44 mm. Da ähnlich wie bei Zungenspitzen die Herzstückspitze in der Praxis nicht bis zum theoretischen Zusammentreffen der beiden Flanken ausgeschmiedet werden kann, wird sie an einer Stelle abgebrochen, wo sie praktisch noch 10 bis 15 mm breit ist. Man spricht von theoretischer und praktischer Herzstückspitze. Außerdem wird die Herzstückspitze um etwa 8 mm unter Schienenoberkante (SO) abgesenkt, um das Auflaufen der Räder zu erleichtern.
Damit die Fahrzeugräder im Bereich der Herzstücklücken nicht führungslos laufen, erhalten die dem Herzstück gegenüberliegenden Fahrschienen Radlenker. Diese führen das dem Herzstück gegenüberliegende Rad eines Radsatzes sicher an seiner Rückenfläche über den führungslosen Bereich. Dazu sind die Radlenker 20 mm über SO erhöht. Auch diese Bauteile sind ähnlich der Formgebung der Flügelschienen in den Einlaufbereichen der Räder abgewinkelt.


Quelle:
Beschreibungen mit Genehmigung auszugsweise aus „Weichen & Kreuzungen auf Modellbahnanlagen“ vom Transpressverlag, Autor Georg Kerber und Foto-Autor Andreas Stirl

Quelle: Bilder von Thorsten Schaeffer

 
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