Sonder­kon­struk­tionen

Schienenauszugsvorrichtung

von Thorsten Schaeffer
© Thorsten Schaeffer

Mit Dilatationsstößen (Schienenauszugsvorrichtungen) werden Bewegungen (Längskräfte) der Schiene auf Brücken (z.B. Bremsen und Beschleunigungen) und stark auftretende Temperatureinflüssen ausgeglichen. 

Eine Schienenauszugsvorrichtung besteht aus jeweils zwei Backen- und Zungenschienen, die sich gegeneinander bewegen können. 
Auszugsvorrichtungen werden in der Regel über den beweglichen Brückenlagern, Bergsenkungsgebieten, am Tunnelmund oder in steilen Streckenabschnitten angeordnet. Um Spannungen (Verschiebungen) im Schotterbett durch Bewegungen des Brückenrahmens aufzunehmen, werden Schienenauszugsvorrichtungen eingebaut.

Die Hemmschuh-Auswurfvorrichtung dient dem Auswurf der Hemmschuhe, wenn diese beim Rangieren zum Ausbremsen des Wagens vor Erreichen an der Rangierabteilung benutzt werden. Die Vorrichtung besteht aus einer Flügelschiene und einer Zungenschiene, die mit einem Spalt von 10 mm aneinander anliegen. Der Wagen schiebt die Hemmschuhe nach vorne, wodurch sie auf der Flügelschiene in ein Auffangbecken gleiten.  An der gegenüberliegenden Schiene ist ein Radlenker angebracht, der das Entgleisen des Zuges verhindert. 

Um eine möglichst effektive Bremswirkung vor dem Auswerfen der Hemmschuhe zu erreichen, werden diese in einem bestimmten Abstand (abhängig von Gewicht und Geschwindigkeit des Wagens) vor der Auswurfvorrichtung aufgelegt. Diese Aufgabe erledigen inzwischen jedoch meist elektronisch gesteuerte Gleisbremsen.

Ausgleichsschienen

In alten Stoßlückengleisen und heute in durchgehend verschweißten Gleisen sollten die Schienenstöße (verlaschter Stoß oder geschweißter Stoß) der gegenüberliegenden Schienen parallel zueinander liegen. Dadurch werden die Schiene die im Bogen liegen, auf der Innenseite kürzer ausfallen, als die Außenschienen. Diese Schiene die dann kürzer ist als die parallel liegenden, nennt man Ausgleichsschienen. Man kann durch mathematische Berechnungen die Längen beider Schienen errechnen und diese vor Einbau genau auf Länge anfertigen.  

Leitschiene

Im Gleis können Leitschienen mit einem Radius von r = < 300 m eingebaut werden, um den Bogenäußeren Schienenstrang zu entlasten. Bei der Durchfahrt dieser Bögen sollte das Rad an der Innenseite der Leitschiene geführt werden und verhindert somit den Verschleiß der bogenäußeren Schiene.

Diese Schiene muss auf der Innenseite des Gleises montiert werden, wenn keine Schienen mit einer Mindestzugfestigkeit von 880 N/mm² dort vorhanden sind. Der Abstand zur normalen Innenbogenfahrschiene sollte 60 mm betragen. Auch ein Einlauf bzw. Auslauf sollte am Anfang und Ende vorhanden sein, damit das Rad nicht entgleist bzw. aufklettert. Die Leitschienen werden nicht verschweißt, sondern in Längen von 15 m miteinander verlascht, damit auch bei ihnen die Temperatur aufgenommen wird und das Gleis wandern kann.

© Thorsten Schaeffer

Leitschiene
© Thorsten Schaeffer

Schutzschiene

von Thorsten Schaeffer
Schutzschiene auf fester Fahrbahn
© Thorsten Schaeffer

Bei einer eventuell bevorstehenden Entgleisung soll das Fahrzeug den notwendigen Halt bekommen, damit das Rad weiterhin auf der Schiene bzw. in der Spur gehalten wird. Der Abstand der Schutzschiene zur Fahrschiene beträgt 80 mm. Auf unruhigem Brückengleise, bei Linienführung die nicht der Regel entspricht und bei längeren Übergangsstrecken mit starkem Gefälle auf Neigungslose Gleise werden diese Schutzschienen verwendet.

Die Schutzschienen als Entgleisungsschutz dienen dazu, dass ein Aufklettern des Radsatzes auf die Fahrschiene verhindert wird, da das gegenüberliegende Rad gegen die inneren Schutzschienenführung läuft. 

Bei einer Laufflächenbreite von ca. 135 mm und einer Rillenweite der Schutzschiene von 80 mm kann das Rad nicht entgleisen. 
Schutzschienen werden nicht miteinander verschweißt, sondern in Längen von ca. 15 m miteinander verlascht.

Führungsschiene

von Thorsten Schaeffer
Führungsschiene mit Fangvorrichtung
© Thorsten Schaeffer

Eine Führungsschiene mit Fangvorrichtung soll das Fahrzeug bei einer Entgleisung kontrolliert im Spurrille von 180 mm weiterführen, um größeren Schaden an Bauwerken oder sogar den Absturz auf Brücken verhindern.

Sie werden parallel und im Abstand von 180 mm zur Fahrschiene an den Innenseiten des Gleises angeordnet. Auf Brücken werden sie sogar beidseitig eingebaut. Bei einer Bauwerkslänge von mehr als 50 m Gesamtlänge, wenn die Brücke entgleiste Fahrzeuge nicht vor dem Abstürzen schützen kann. Unter den Bauwerken werden sie eingebaut, wenn vorhandene Brückenpfeiler oder andere Bauwerke bei einer Entgleisung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden sollen.

Die Führungsschiene wird über das zu schützende Bauwerk mit einer Länge der Fangvorrichtung von mindestens 10 m vor und hinter eingebaut. Auch diese werden nicht miteinander verschweißt und weisen am Anfang und am Ende einen Ein- bzw. Auslauf auf.