Sand Kies Gemisch

Als Schutzschichten werden im Eisenbahnwesen unterschiedliche Sand-Kies-Gemische bezeichnet, die den anstehenden Boden vor schädlichen Verformungen und Frosteinwirkung schützen sollen. Diese Schutzschichten haben unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen.[1]

  • Lastverteilende Wirkung
  • Frostschutz
  • Trenn und Filterschicht
  • Abführung des Niederschlagswassers als Sicker- und Dränschicht

In Österreich spricht man von gebundenen und ungebundenen Tragschichten, in der Schweiz über Sperr- oder Fundationsschichten, in Deutschland erweitert man den Begriff der Tragschichten noch um die Schutzfunktion und spricht von Trag- oder Schutzschichten. Im folgenden Artikel werden die in Deutschland üblichen Begriffe verwendet, doch ihre technische Auswirkung bzw. Umsetzung gilt auch für die anderen Länder.

Abhängig von ihrer primären Aufgabe können Schutzschichten in folgende Untergruppen unterschieden werden [2]:

Planumsschutzschicht

Die Planumsschutzschicht dient als klassische Tragschicht, hat Trenn- und Filteraufgaben und bewahrt den Untergrund vor möglicher Frosteinwirkung.

Frostschutzschicht

Frostschutzschichten bewahren vor der Frostdurchdringung und werden oft in Kombination mitPlanumsschutzschichten eingeset

Schutzschichten mit Zusatzmaßnahmen

Immer wieder wird versucht, die Schutzschichten durch Zusatzmaßnahmen in ihren  Eigenschaften zu verbessern. Dazu gehören der Einsatz von Geotextilien, die Abdichtung in  Wasserschutzgebieten sowie auch die Behandlung des Materials mit Bindemitteln.

Durch den Einsatz von schweren Oberbaukomponenten (Betonschwellen) und den Anstieg der Belastung haben die Tragfähigkeit und die dynamische Stabilität des Untergrunds an Bedeutung gewonnen. Auf Hauptstrecken ist es daher üblich, im Zuge einer Neulage (Umbau) des Streckenabschnitts eine detaillierte Prüfung des Untergrundzustands vorzunehmen. Dabei sind bestehende Erfahrungen aus der Instandhaltungshistorie der Anlage auf jeden Fall zu berücksichtigen. [3]

Schutzschicht mit Abflachung zum angrenzenden Randweg
© Plasser & Theurer

Beim Einbau von Schutzschichten ist darauf zu achten, diese über die volle Breite der Bahnachse bis zur Planumskante unter ausreichender Verdichtung auszubilden. Ab der Planumskante ist im Böschungswinkel die Planumsschutzschicht bis zum Bahngraben abzuflachen. Auf den Anschluss zwischen Planumsschutzschicht und Bahngraben bzw. Entwässerungseinrichtungen jeglicher Art ist besonders Rücksicht zu nehmen.

Generell wird die Dicke der Schutzschicht über die Frostsicherheit und die maximal zulässigen Verformungen des Schotteroberbaus (abhängig von der Streckenklasse) ermittelt. Durch den Einsatz von Geokunststoffen kann die Dicke verringert werden, wodurch sich der notwendige Materialbedarf und Logistikbedarf reduziert.  

Der baulogistische, zeitliche und finanzielle Aufwand, eine Tragschicht einzubauen, ist erheblich. Die Kosten für einen Meter belaufen sich auf 300 bis 800 Euro, was sich nur über die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus wirtschaftlich rechtfertigen lässt.   [4] [5]


  1. [1] Lieberenz, K.; Piereder, F.: Entwicklung von Schutzschichten mit Geokunststoffen. Eisenbahningenieur Kalender 2013, S. 252–270.
  2. [2] Fischer, R.; Göbel, C.; Lieberenz, K. et al.: Handbuch Erdbauwerke der Bahnen. Planung, Bemessung, Ausführung, Instandhaltung. Eurailpress in DVV Media Group, Hamburg, 2013.
  3. [3] Hansmann, F.: Großmaschineneinsätze bei Untergründen mit geringer Tragfähigkeit, Sonderheft Geotechnik. Der Eisenbahningenieur 2016, Heft 6, S. 13–16.
  4. [4]  Fischer, R.; Göbel, C.; Lieberenz, K. et al.: Handbuch Erdbauwerke der Bahnen. Planung, Bemessung, Ausführung, Instandhaltung. Eurailpress in DVV Media Group, Hamburg, 2013.
  5. [5] Hansmann, F.: Großmaschineneinsätze bei Untergründen mit geringer Tragfähigkeit, Sonderheft Geotechnik. Der Eisenbahningenieur 2016, Heft 6, S. 13–16.